Therapeutisches Reiten

Der Reiter wird vom Pferd getragen. Will er aber selbst auf das Pferd einwirken, bedarf es der Fähigkeit zur Koordination von Wahrnehmungen, bewußter Kommunikation und Körperhandlung. Alle diese Eigenschaften werden beim therapeutischen Reiten trainiert.

Voraussetzung für die Teilnahme in allen drei Bereichen ist die Vorlage einer ärztlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Die Gestaltung meiner Reitstunden wird speziell auf ihre Wünsche und Bedürfnisse abgestimmt.

Zur Durchfühung gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Reiten als Sport für Menschen mit Handicap
  • Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren
  • Physiotherapie auf dem Pferd (Hippotherapie)
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Gloria mit Han

Reitsport für Menschen mit Handicap:

Dies können alle sportfähigen oder kranken Menschen, die in der Lage sind, selbständig auf dem Pferd zu sitzen, und auf dieses einzuwirken, ausüben. Unter entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen (geführtes Reiten) können auch Reiter, die nicht selbständig auf das Pferd einwirken können, den Reitsport für Menschen mit Handicap ausüben.

Diese Reitstunden beinhalten die Ausbildung zum Freizeitreiter und der Gundausbildung der Dressurreiterei. Hierbei tragen Reiterspiele, Geschicklichkeitsreiten, Musikreiten, geführte Ausritte u. ä. zum freudvollen Lernen in gelöster, ungezwungener Atmposphäre bei. Dies ist nur als Einzelunterricht möglich.

 

Heilpädagogisches Reiten / Voltigieren:

Über das „Medium Pferd“ werden positive Verhaltensänderungen initiiert.

In der Regel findet die Therapie in Kleingruppen statt. Allerdings ist in manchen Fällen (Autismus, schwere Aggressionen, ausgeprägte Wahrnehmungsstörungen) auch Einzeltherapie angezeigt.

Der große Vorteil gegenüber anderen Therapieformen ist, dass dies von den Kindern / Jugendlichen nicht als Therapie empfunden wird, sondern als freudvolle Freizeitgestaltung. Somit bleibt auch die Motivation und Bereitschaft zur Teilnahme über einen langen Zeitraum erhalten und die „Therapiemüdigkeit“ bleibt aus.

Je nach Alter und Interesse der Kinder / Jugendlichen wird der Unterricht in spielerischer Art und Weise durchgeführt. Ziel ist hierbei nicht das Erlernen des Reitens, sondern bestimmte Schwierigkeiten, Defizite oder Probleme sollen mit Hilfe des Pferdes bearbeitet werden.

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Ausübung der Physiotherapie auf dem Pferd (Hippotherapie):

Dies wird von Krankengymnasten, in Zusammenarbeit mit mir und weiteren qualifizierten Betreuern und Helfern durchgeführt. Eine Behandlung dauert ca. 20 Minuten, je nach körperlicher Verfassung des Patienten. 

Eine zusätzliche Preisabsprache ist hierbei dringend erforderlich.

Therapeutisches Reiten ist empfehlensert bei:

 

  • Verhaltensstörungen
  • Cerebralparese
  • Autismus
  • Sprachstörungen
  • Gliedmaßenfehlbildung bzw. -verlust (z. B. Contergan, Amputation)
  • Sinnesschädigungen (Gehörlosigkeit, Blindheit)
  • psychosomatische Erkrankungen
  • Neurosen, psyschische Krankheiten
  • Suchtkrankheiten
  • Haltungsschäden
  • Bewegungsstörungen
  • Mehrfachbehinderungen
  • Multiple Sklerose
  • Rehabilitationspatienten
  • Lern- und geistige Behinderung
  • Konzentrationsproblemen
  • … und vielem mehr
11 C Therapeutisches Reiten

Wie wirkt das therapeutische Reiten?

Körperlich – wirken Wärme und Rhythmus der schwingenden Bewegung des Pferdes auf den Reitenden. Dadurch wird der Muskeltonus reguliert und die Haltung, das Gleichgewicht und die Stützreaktion des Reiters gezielt trainiert. Der auf dem Pferd Sitzende muss sich in die Bewegung einfühlen und mitschwingen.

Geistig – wird der Reiter im Umgang mit dem Tier vielfältig gefordert. Dies beginnt schon beim Vorbereiten des Pferdes und endet erst beim Verabschieden von unserem Partner, dem Pferd. Alle Handlungen weisen klare Sinneszusammenhänge auf. Der „erarbeitete“ Erfolg motiviert für weitere Tätigkeiten.

Seelisch – werden durch den Umgang mit dem Pferd eine Vielzahl von Emotionen angesprochen. Die Grundbedürfnisse nach Wärme, Getragenwerden und Geborgenheit werden beim Reiten gleichermaßen erfüllt.

Sozial – sind ein stetes Geben und Nehmen unumgängliche Inhalte in der Kommunikation mit dem Pferd. Hier bietet sich ein breites Übungsfeld für soziale Verhaltensweisen. Auch die Zusammenarbeit in der Guppe, zum Wohle des Pferdes, oder zur Erreichung gemeinsamer Ziele, enthalten soziale Gesichtspunkte, welche von Kindern und Jugendlichen schnell anerkannt werden.

Der Umgang mit dem Pferd hat eine positive Wirkung auf den gesamten Körper und das Wohlbefinden und ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen geeignet.

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Was wollen wir durch das therapeutische Reiten erreichen?

Im persönlichen Bereich:

  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Anregung zur Eigeninitiative und zum Erreichen von Leistungen
  • Schulung der Wahrnehmung und Sinne
  • Steigerung von Konzentration und Reaktionsfähigkeit
  • Lernen der richtigen Selbsteinschätzung und Rücksichtnahme
  • Steigerung der Leistungsbereitschaft
  • Entwicklung von Selbständigkeit
  • Erhöhen der Frustrationstoleranz
  • Eingeständnis und Überwindung von Ängsten
  • Vermeidung von Sekundär- und Folgeschäden eines Handicaps

Im motorischen Bereich (Lernen durch Bewegung)::

  • Lockerung und Entspannung
  • Schulung der Fein- und Grobmotorik
  • Schulung von Gleichgewicht und Koordination
  • Verbesserung von Beweglichkeit
  • Vorbeugung von Haltungsschwächen / -schäden
  • Förderung und Verbesserung der Sprachentwicklung und Anregen der Sprechbereitschaft

Im sozialen Bereich:

  • Lernen von erwünschtem Verhalten
  • Eingliederung der Ich – Ansprüche
  • Lernen, anderen zu helfen und Hilfe anzunehmen
  • Freundschaften aufbauen, Vertrauen erlernen
  • Bewältigung von Kontaktschwierigkeiten
  • Abbau von aggressiven Verhaltensweisen
11 E Therapeutisches Reiten

Das Reiten bedeutet eine sinnvolle Freizeitgestaltung von Menschen mit und ohne Handicap und ist somit eine Hilfe zur sozialen Integration.

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