Nordbayerische Nachrichten, 20. Juli 2019

Pautzfeld: Sanftes RAI-Reiten ohne Zaumzeug

Pautzfeld: Harmonie von Mensch und Pferd  von Birgit Herrnleben
Seit zehn Jahren leitet Claudia Kißmehl in Pautzfeld einen Reiterhof. Dabei hat sie sich auf die RAI-Reitweise spezialisiert.

Im Reiterhof Pegasus wird "das Pferd als Partner gesehen"
Weder Zaumzeug noch Sporen: Der Reiterhof Pegasus in Pautzfeld setzt auf die RAI-Reitweise.

Was Lucky, Pegasus und Piccolina wohl erzählen würden, könnten sie auch sprechen? Sanft lehnt sich Horst Kißmehl an den Hals von Birka, spricht mit dem Pferd, krault ihm den Hals, während das Tier mit seinen staubwedellangen Wimpern klimpert und sanft ein Ohr nach oben spitzt. "Pferde kommunizieren mit ihren Ohrstellungen", sagt Kißmehl, der zusammen mit seiner Frau Claudia in der Ortsmitte von Pautzfeld den Reiterhof Pegasus besitzt.

Horst mit Birka


Viel hat Claudia Kißmehl in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder neu und dazu gelernt, um die Vierbeiner zu verstehen: Die 46-Jährige ist Reitlehrerin und Pferdeausbilderin im RAI-Reiten, Reittherapeutin, Fachübungsleiterin Sport für Menschen mit körperlichem Handicap und Fachübungsleiterin Sport für Menschen mit geistiger Behinderung. Doch obwohl sie seit Jahrzehnten im Sattel sitzt: "Turnier-Ambitionen hatte ich nie", sagt Kißmehl. "Ich will das Pferd als Partner sehen".
Hier in Pautzfeld gibt sie Unterricht für Menschen mit und ohne Handicap. Mädchen, die pferdevernarrt sind und natürlich auch Jungs, deren Eltern sich ganz bewusst für das RAI-Reiten entschieden haben, sitzen hier im Sattel, ebenso wie Erwachsene. Für sie gibt Claudia Kißmehl Reitunterricht für Anfänger, Umsteiger und Fortgeschrittene.
Aber auch Kinder mit ADHS kommen auf den Reiterhof Pegasus, die normalerweise keine Minute still sitzen können und doch ruhig werden, sobald sie das Pferd unter sich spüren. Menschen, die nach einem Schlaganfall wieder sprichwörtlich versuchen, auf die Beine zu kommen und Spastiker, deren Muskel-Verkrampfungen sich lösen, sobald das Pferd sich in Bewegung setzt. Geritten wird auf einem 30 mal 30 Meter großen Platz hinter dem Reiterhof, für Eltern und Begleiter gibt es in einem abgegrenzten Bereich eine Bank zum Zuschauen.
 

Marie

Die siebenjährige Marie fühlt sich im Sattel richtig wohl. Claudia Kißmehl leitet das Pferd über den Platz. © Foto: Ralf Rödel

Auch Opfer von Missbrauch kommen auf den Pegasus-Hof nach Pautzfeld nicht nur zum Reiten: "Viele, die zum Reiten kommen, kommen zur Therapie", sagt Horst Kißmehl. Menschen, die sich hier ihre Sorgen von der Seele reden, ohne eine Antwort zu erwarten, die einfach nur an der Stalltür stehen und dem Tier ihr Herz ausschütten, das mit einem Wimpern-Klimpern und sanften Schnauben zuhört.
Sieben Pferde "mit ganz unterschiedlichen Charakteren", so Kißmehl, stehen in den Pautzfelder Ställen, sie alle vermitteln: "Geborgenheit, Wärme und Getragen-Werden."
"Vertrauen kann man nicht mit Schmerz aufbauen", sagt Claudia Kißmehl, und spricht damit ihre RAI-Reitmethode an: "Bei uns funktioniert alles auf Gefühlsebene". Will heißen: Bei der RAI-Methode trägt das Pferd kein Halfter und wird auch nicht mit Gerte oder Sporen angetrieben. Zur Reit-Ausrüstung gehören anstelle der Eisenstange im Maul ein geflochtenes "Bändele", das das Zaumzeug ersetzt und ein Sattel mit einem Pad als Sattelunterlage, das "nicht auf die Dornfortsätze des Pferdes drückt".
Sie wird ein wenig wütend, wenn man sie auf die Spring- und Vielseitigkeitsturniere im Reitsport anspricht: "Pferderennen, das macht kein Pferd freiwillig", sagt Kißmehl, oft nicht älter als zwei Jahre seien die Pferde, die man dort ins Rennen schicke: "Das sind Kinder, die da laufen."

Ganz bewusst hat sich das Ehepaar, als es vor etwa zehn Jahren mit ihren Pferden nach Pautzfeld in nächster Nähe zur Kirche zog, für den Namen "Pegasus" aus der griechischen Mythologie entschieden. Denn genau das ist es auch, was die Kißmehls mit ihrer RAI-Reitschule im Blut haben und vor allem vermitteln wollen: Pferd und Reiter sollen eins werden: "Das Pferd wird zu meinen Beinen, man muss eins werden", sagt Claudia Kißmehl. Das nimmt man der 46-Jährigen unumwunden ab - sprechen brauchen die Pferde auch nicht zu können, schließlich versteht man sich mit einem Augenaufschlag aus Pferdeaugen.

 

Leserbrief4

RAI-Reiten – Was ist das?
Immer wieder werden wir gefragt, was RAI-Reiten ist und woher der Name kommt. Deshalb möchte ich die Möglichkeit nutzen, diese Reitweise etwas genauer vorzustellen. Dazu habe ich Auszüge aus meinem Buch "Harmonie von Mensch und Pferd – Die RAI-Reitweise" zusammengefasst:
Fred Rai, der Entwickler dieser Reitweise, wurde zunächst als Westernsänger, der seine Lieder stets vom Rücken seines Pferdes "Spitzbub" präsentierte, bekannt. Schnell machte er sich aber auch einen Namen als ausgewiesener Pferdekenner und Experte für Psyche und Verhaltensweise dieser Tiere. Dass seine Methode, wie der Mensch zum Leittier seines Pferdes wird, unter dem es sich sicher und geborgen fühlt, inzwischen mehrfach wissenschaftlich bestätigt worden ist, war für ihn stets die "Krönung seines Lebenswerks.
RAI-Reiten ist eine gebisslose Freizeit- und Wanderreitweise ohne Anwendung schmerzbringender Hilfsmittel, wie z. B. Peitsche, Sporen, Kandare und Ähnliches. Wir verwenden das von Fred entwickelte "Bändele", welches aus einem reißfesten und griffigen, dünnen Nylonseil gefertigt wird. Mit diesem kann sich der Mensch beim Pferd durchsetzen, aber niemals den Schmerzbereich erreichen, in dem das Pferd mit unkontrollierbarem Panikverhalten reagieren könnte. Mit dem, ebenfalls von Fred Rai entwickelten Sattel, sitzt der Reiter im Gleichgewicht des Pferdes.
RAI-Reiten ist das Wissen um den fehlenden Schmerzschrei des Pferdes. Pferde können Wiehern und Schnauben, wie es auch im Herdenverhalten immer wieder zu beobachten ist. Jedoch ihre Schmerzen kundtun zu können, ist den Pferden von der Schöpfung nicht mitgegeben worden, wenn man von einem leisen, fast nicht hörbaren und äußerst seltenen Stöhnen absieht. Könnten die Pferde schreien, würde ein verletztes Pferd dem Raubwild auf diese Weise verraten, dass es hier eine leichte Beute findet.
RAI-Reiten ist die volle Kontrolle des Tieres dank der Kenntnis der Psyche, Verhaltensweise und des Gefühlslebens der Pferde. Die wichtigste Erkenntnis im Umgang mit den Pferden ist die Tatsache, dass Tiere nicht falsch sein können. Sie können nur so reagieren, wie es die in der DNA übermittelten Verhaltensweisen von ihnen verlangen. Somit ist das Verhalten von Pferden berechenbar. Aber was verstehen wir überhaupt unter Psyche und Verhaltensweise?
Verhaltensweise ist das Wissen WIE ein Pferd sich verhält. Psyche ist das Wissen, WARUM sich ein Pferd so verhält.
Und genau nach dem WARUM richtet sich das Verhalten des Menschen gegenüber dem Pferd. Zum Grundwissen der Psyche gehört folgender Satz, welchen Fred Rai immer seinen Kursteilnehmern vermittelte: "Ein Pferd herrscht oder gehorcht!". Alleine aus diesem Satz lässt sich schon die Notwendigkeit ableiten, warum wir Menschen im Umgang mit dem Pferd zum Leittier werden müssen, also ranghöher sein müssen. Nur wenn uns das Pferd als Leittier anerkennt, zeigt es uns gegenüber freiwilligen Gehorsam. Es fühlt sich bei uns geborgen und überträgt uns das Sicherheitsverhalten.
Ein weiterer wichtiger Punkt im Umgang mit den Pferden ist die Beachtung der Gefühle. Denn das Gefühl des Pferdes löst dessen Reaktion aus. Fred Rai erkannte, dass sich die Dominanz im Gehirn, genauer gesagt im Gefühlsbereich abspielt. Dies ist eine sehr wichtige Erkenntnis im Umgang mit dem Pferd. Denn ein Pferd fühlt sich ranghöher oder rangniederer. Ein Beispiel dafür ist, dass oftmals nicht das körperlich stärkste Pferd, sondern nicht selten ein Pony, der "Chef" einer Herde ist. Denn es kommt auf die Willensstärke des Pferdes an.
Aus seinen Erkenntnissen über das reiche Gefühlsleben der Pferde schlussfolgerte Fred Rai folgendes Fazit:
Der Mensch muss Respekt und Geborgenheit beim Pferd auslösen, um als Leittier anerkannt zu werden
Dieser Respekt darf aber keinesfalls mit Schmerz in Verbindung gebracht werden, da ansonsten kein Vertrauen mehr aufgebaut werden kann. Daraufhin entwickelte Fred Rai eine Abfolge von Übungen, wie der Mensch am Boden und später auch im Sattel, ohne Schmerzeinwirkung, zum Leittier seines Pferdes werden kann.
RAI-Reiten ist freiwilliger Gehorsam und Geborgenheit des Pferdes unter dem Leittier Mensch. Pferde fühlen sich unter dem Ranghöheren geborgen und folgen ihm freiwillig. Wird der Mensch als Leittier anerkannt, fühlt sich das Pferd unter ihm geborgen und folgt ihm freiwillig. Der Mensch wird für die Sicherheit zuständig. Nur dem Leittier gegenüber ist das Pferd bereit, freiwillig zu gehorchen.
RAI-Reiten ist Reiten am langen Zügel ohne ständige Einwirkung des Reiters in der natürlichen Haltung des Pferdes. In dieser Reitweise besteht keine ständige Verbindung zum Pferdemaul beziehungsweise zum Nasenrücken. Beim Bändele gibt es schließlich kein Gebissstück, sondern der Zügel geht übergangslos in das Nasenteil über. In dieser Reitweise werden die Zügel nur zur Korrektur eingesetzt. Wenn also Gewichts- und Schenkelhilfe ausreichen, bleiben die Zügel locker. Generell werden dem Pferd leichte Impulse gegeben, bis die gewünschte Reaktion eintritt. Sobald dies der Fall ist, versucht der Reiter das Pferd in seiner Bewegung nicht zu stören. Erst wenn beispielsweise die Gangart wieder geändert werden soll, erfolgt ein neues Kommando. Die Pferde dürfen im RAI-Reiten ihre natürliche Haltung einnehmen. Vergessen wir nicht, es handelt sich um eine Freizeit- und Wanderreitweise. Bei einer Wanderung im Gebirge würde keine Balletttänzerin ihre Übungen für den Spitzentanz wie Elevé oder Echapés ausprobieren. Auch sie wird in bequemer Haltung, mit ihrem Rucksack auf dem Rücken, auf unebenem Boden wandern.
RAI-Reiten ist die Sportart, in der die ganze Schöfung in Harmonie vereint ist: Natur – Tier – Mensch Das RAI-Reiten möchte all jenen eine Heimat geben, die gemeinsam mit ihren Partnern, den Pferden, die Freizeit in der Natur genießen möchten. Und dazu passt nur das Wort: HARMONIE.
Claudia Kißmehl

VfD-Kids 1
VfD-Kids 2
Sattelkammer
Leserbrief Okt. 2016
Leserbrief

Pferde in Bayern Mai 2015

Psyche, Verhaltensweise und Gefühlsleben der Pferde

Der Winter ist vorbei und die ersten Sonnenstrahlen locken wieder viele Reiter in die Natur. Leider steigt damit auch die Zahl der Unfälle im Umgang mit dem Pferd. Dabei wird das Verhalten der Pferde oft missverstanden, was zu unnötigen Gefahren für Mensch und Tier führt. Wenn der Mensch zum Leittier wird, sind Pferde berechenbar ungefährlich. Dies setzt voraus, dass wir Menschen Kenntnisse über Verhaltensweise und Psyche dieser Tiere besitzen. Der bekannte Pferdepsychologe Fred Rai schreibt in seinem Buch: "Natürliches Reiten": "Die Kenntnis der Verhaltensweise der Pferde ist das Wissen, wie ein Pferd reagiert. Die Kenntnis der Psyche der Pferde ist das Wissen, warumein Pferd in bestimmter Weise reagiert. Dieses Wissen ist die Voraussetzung, um das Verhalten von Pferden verstehen und berechnen zu können."
Die Entwicklung des Pferdes begann vor 70 Millionen Jahren. In dieser Zeit entwickelte es sich vom fuchsgroßen, mehrzehigen Tier bis zum einhufigen Pferd. Damals wurden die Pferde nur mit dem Raubwild, oder Artgenossen, den Pferden konfrontiert. Daraus entwickelten die Pferde zwei Verhaltensmuster. Dies sind das Feindbild-Verhalten gegenbüber Puma und Wolf und das Freundbild-Verhalten gegenüber ihren Artgenossen. Niemals wurden Pferde mit anderen Lebewesen, wie z. B. Affen konfrontiert. Vor ca. 7.000 Jahren drängte sich nun der Mensch in das Leben der Pferde. Diese erkennen zwar, dass wir nur auf 2 Beinen laufen und anders aussehen als sie, aber sie können uns nur in eines der zwei Verhaltensmuster einordnen. Entweder befinden wir uns im Feindbild oder im Freundbild.
Im Feindbild-Verhalten kennen die Pferde nur ein Gefühl, dies ist die Panik. Panik ist die höchste Stufe der Angst. Bei einem in Panik geratenem Pferd ist jedes "normale" Verhalten außer Kraft gesetzt. Panik blockiert das Gehirn. In dieser Verfassung würden Pferde auch eine Felswand hinunterspringen, also sich selbst zerstören. Übrigens lassen sich die in Panik befindlichen Pferde auch nicht mit Schmerzeinwirkung, wie sie z. B. durch das Ziehen am Gebissstück entstehen können, in "normales" Verhalten zurückführen. Eher das Gegenteil ist der Fall: Durch Schmerzen wird die Panik bei den Pferden noch mehr verstärkt, was zur Unkontrollierbarkeit führen kann.
Im Freundbild-Verhalten, also innerhalb der Herde, besteht eine klare Rangordnung. Ein Pferd herrscht oder gehorcht, es gibt nichts dazwischen!!! Dies muss uns im Umgang mit dem Pferd immer wieder bewußt sein. Das rangniedere Pferd hat gegenüber dem ranghöheren Pferd im Moment der Drohgebärde das negative Gefühl "Angst". Diese Angst, oder besser gesagt dieser Respekt, löst Gehorsam beim rangniederen Pferd aus. Das entscheidende positive Gefühl ist die Geborgenheit. Denn das rangniedere Tier übergibt das Sicherheitsdenken dem Leittier und fühlt sich unter ihm geborgen. Geborgenheit ist das wichtigste Gefühl für das Wohlbefinden eines Lebewesens.
Wenn wir im Umgang mit dem Pferd Ranghöher sind, also zum Leittier werden, wird uns das Pferd das Sicherheitsdenken übertragen und sich bei uns wohl und geborgen fühlen. Es wird auch in gefährlichen Situationen nicht weglaufen, da es den Schutz des Leittieres nicht freiwillig aufgeben wird. Falls wir es aber mit sogenannten "Problempferden" zu tun haben, befinden wir uns entweder im Feindbild (wie das Raubwild) oder im Freundbild, allerdings in der rangniederen Position. In beiden Fällen zeigen die Pferde ihr normales, ihnen angeborenes Verhalten, wie z. B. Steigen, Buckeln, Beißen oder Schlagen. Es gibt also keine "verdorbenen Pferde", denn sie reagieren nur nach den ihnen im Erbgut überlieferten Instinkten und Verhaltensweisen.
Pferde sind fühlende und sensible Lebewesen. Ihre Reaktionen werden durch Gefühle ausgelöst. Ein positives Grundgefühl des Pferdes löst bei ihm Leistungsbereitschaft aus. Ein negatives Grundgefühl dagegen ruft Unlust hervor. Wir Menschen unterschätzen sehr oft, dass Gefühle übertragbar sind. Wenn wir im Umgang mit dem Pferd ängstlich sind, überträgt sich dies genauso wie z. B. die Vorfreude auf einen gemeinsamen Ausritt. Sind wir im Umgang mit und auf dem Pferd sicher, so überträgt sich diese Sicherheit auch auf die Pferde. Wenn das "Leittier Mensch" ruhig und gelassen bleibt, so bleibt es auch das Pferd. Erkennt uns also das Pferd als Ranghöher an, so können wir ihm durch entsprechendes Verhalten Geborgenheit und Wohlbefinden, also ein positives Grundgefühl vermitteln. Mit dem entsprechenden Verhalten sind keine schmerzbringenden Hilfmittel, wie z. B. Sporen, Peitsche, Kandarre gemeint, sondern: Überlegte Entscheidungen,Konsequentes Verhalten, Sicherheit im Auftreten, Klarlinigkeit und Korrektur bereits im Ansatz einer unerwünschten Handlung.
Diese Kenntnisse über Psyche, Verhaltensweise und das Gefühlsleben der Pferde ist keine Zauberei. Der am Anfang erwähnte Pferdepsychologe Fred Rai hat eine Ausbildungsmethode entwickelt, duch welche der Mensch ohne Schmerzeinwirkung zum Leittier des Pferdes wird. Sie hat nichts mit "Pferdeflüstern" zu tun, sondern ist das Ergebnis wissenschaftlicher Erkenntnissse, nachgewiesen mit zwei Masterarbeiten der Universität München-Weihenstephan. Angeleitet und betreut wurden diese Masterarbeiten von der führenden Verhaltensforscherin für Pferde, Dr. Margit Zeitler-Feicht.
Deshalb kann ich nur an alle apellieren, mehr über Psyche, Verhaltensweise und Gefühlsleben der Pferde zu lernen. Nur wenn wir mehr über diese edlen, wundervollen Tiere wissen, sind wir in der Lage, sie richtig zu verstehen. Dann wird auch der Umgang mit dem Pferd nicht zum gefährlichen Hobby und wir können die Freizeit mit unseren Pferden in Harmonie genießen.
Claudia Kißmehl, Hallerndorf

Leserbrief 1
Leserbrief 2

Das Pferd dient dem Menschen freiwillig
Kürzlich las ich in dem Buch: "Natürliches Reiten" von Fred Rai folgende Absätze, die ich den Lesern der Zeitung "Pferde in Bayern" zum Nachdenken mitgeben möchte:

"Dass Wissen um die Treue und Dienstbereitschaft des Pferdes gegenüber dem Menschen, selbst bis in den Tod, ist wesentlicher Bestandteil der Philosophie des RAI-Reitens. Dieses Wissen prägt auch die Achtung vor dem Tier und lässt uns die Worte verstehen, die Mohammed, der Prophet Allahs, über die Entstehung des Pferdes sagte:

Als der Schöpfer das Pferd erschuf, sprach er zum Winde: "Aus dir will ich ein Wesen gebären, das geeignet ist, meine Verehrer zu tragen!" Und er erschuf das Pferd und rief ihm zu: "Dich habe ich erschaffen ohne Gleichen. Alle Schätze dieser Erde ruhen zwischen deinen Augen. Meine Feinde sollst du unter deine Hufe treten, meine Freunde aber sollst du tragen auf deinem Rücken; dort soll der Sitz sein, auf dem Gebete zu mir aufsteigen. Auf der ganzen Erde sollst du glücklich sein und vorgezogen allen Geschöpfen. Denn dir gehört die Liebe des Herrn der Schöpfung. Du sollst fliegen ohne Flügel, und siegen ohne Schwert."
Leider behalten Propheten oft nicht recht, so auch in diesem Falle. Das Pferd ist nicht, wie von Allah gewollt, das glücklichste - sondern eines der unglücklichsten Tiere, wenn wir an den langen Leidensweg der Pferde in der Gesellschaft des Menschen denken."

Wenn ich dann überlege, warum das Pferd eines der unglücklichsten Tiere ist, so finde ich die Antwort darauf einige Seiten weiter: Der fehlende Schmerzschrei des Pferdes! Jetzt können viele sagen: "Pferde können wiehern, genauso wie Hunde bellen können." Doch Hunde bellen nicht bei Schmerzen, sondern sie jaulen. Dem Pferd wurde ein solcher Laut von der Schöpfung nicht mitgegeben. Den Grund dafür finde ich im gleichen Buch:

"Selbstverständlich ist das Fehlen eines Schmerzschreis in freier Natur eine Chance zum Überleben. Würde ein Pferd eine Verletzung durch einen Schrei kundtun, wäre dies eine Nachricht an seine natürlichen Feinde, das Raubwild, dass hier eine wehrlose Beute zu finden ist. Die gesamte Herde käme dadurch in Gefahr. Ein Pferd muss seine Pein stumm ertragen - und ständig wird Pferden, bewusst oder unbewusst, Schmerz zugefügt. Wegen des fehlenden Schmerzschreis der Pferde ist die Grenze zwischen Leistung und Qual schwer erkennbar und dadurch fließend. Bei allen anderen Tieren, die in der Lage sind ihre Not lauthals und herzerweichend hinauszuschreien, wird das Mitleid der Menschen geweckt."

Dabei gehe ich davon aus, dass jeder der mit Pferden zu tun hat, also egal ob Freizeit-, Englisch-, Western- oder RAI-Reiter ein großes Ziel hat: Die Harmonie von Mensch und Pferd! Deshalb denke ich, sollte es doch eine Herzensangelegenheit von jedem Pferdeliebhaber und Tierfreund sein, den fehlendenSchmerzschrei des Pferdes zu publizieren. Dabei nutzen die Pferde eine ganze Reihe von Möglichkeiten Schmerzen zu zeigen. Doch müssen wir Menschen diese Zeichen erkennen um darauf reagieren zu können.

Schon der amerikanische Bildhauer James Earl Fraser zeigte uns eine Botschaft mit seinem Kunstwerk "End of the Trail", welche lautet:

Das Pferd ist bereit, ohne Zügel und ohne Zwang dem Menschen in endloser Treue bis an das Ende seiner Kraft zu dienen. Die Zeit ist reif für den Beginn eines neuen, glücklichen, fairen und hoffentlich noch sehr langen gemeinsamen Weges von Mensch und Pferd
.

Claudia Kißmehl

Infopost 1a
Infopost 2
Infopost 3
Infopost 4
Infopost 5 Infopost 6

Nordbayerische Nachrichten, 14. August 2012

Max Kellner1

Max Kellner beherrscht das Reiten.

Bei den bayerischen Meisterschaften für Menschen mit Handicap in Larrieden bei Feuchtwangen nahmen alle drei gestarteten Reiter des Reiterhofes Pegasus in Pautzfeld ein Medaille mit nach Hause. Eine besondere Schwierigkeit bei diesem Turnier ist, dass die Reiter auf völlig fremden Pferden, vor einer Jury und vielen Zuschauern ihr Können beweisen müssen. Die Prüfungen fanden in den Disziplinen Dressur und Geschicklichkeitsparcour statt. Der erfolgreichste Teilnehmer war der siebenjährige Max Kellner. Mit seiner Halbseitenlähmung errang er in der Dressur einen 2. Platz und im Geschicklichkeitsparcour sogar den 1. Platz. Fabian Steigmeier (zehn Jahre) durfte sich auch über zwei Plätze auf dem Treppchen freuen. In seiner Gruppe erreichte er in beiden Disziplinen Rang drei. Bereits zum dritten Mal nahm die inzwischen 50-jährige Christine Wiegel teil. Ihre Aufregung war keinesfalls geringer als bei den jüngeren Startern. Zum Schluss konnte sie sich über ihre zwei Silbermedaillen freuen. Für alle Teilnehmer war dabei jedoch nicht die Platzierung, sondern das Erlebnis am Wichtigsten.

Nordbayerische Nachrichten, 20. Oktober 2011

von Katharina Tontsch

Kleine Ritter mit Regenschirm und Frisbee

Kinder mit einer Behinderung wachsen auf Pferden über sich hinaus - Besondere Therapie auf einem Reiterhof

Sich einmal wie Herkules fühlen: Die Kinder auf dem Reiterhof Pegasus können das, wenn sie im Sattel sitzen. Bis es so weit ist, braucht es aber jede Menge Übung, weil viele der Reiter ein Handicap haben, also eine geistige oder körperliche Behinderung. Mit den Pferden versuchen sie beim therapeutischen Reiten, besser mit ihrer Krankheit klarzukommen. Dabei hilft ihnen Claudia Kißmehl, die Besitzerin des Stalls.

Presse09.08.2011

Auf dem Bild sind von links aus zu sehen: Fabian (9) auf Merlin, Alina (10) auf Piccolina und Max (6) auf Monsieur Racker. Claudia Kißmehl vom Reiterhof und Tochter Gloria führen die Kinder. Foto: K. Tontsch

Alina sitzt ruhig im Sattel, auch Pferd Merlin bewegt sich nicht mehr als nötig. Geschickt öffnet das zehnjährige Mädchen einen blauen Regenschirm, obwohl die Sonne scheint. Nun muss sie selbständig und ohne die Hilfe ihrer Hände die Balance auf dem Rücken des Pferdes halten. Als sie schließlich mit dem aufgespannten Schirm über den Platz reitet, erinnert sie an eine Prinzessin, die sich gegen die starken Sonnenstrahlen zu schützen sucht. Was einfach klingt, war für Alina anfangs eine Herausforderung. Sie kann sich aufgrund ihres Handicaps nicht gut und lange konzentrieren. Dass sie einen Schirm jetzt sogar während des Reitens öffnen kann, ist für die Zehnjährige ein großer Schritt.

Sogar Pferde müssen üben

Doch auf für Merlin bedeutet das jede Menge Stress. “Das sind Fluchttiere”, erklärt Claudia Kißmehl. Vor allem was sie nicht kennen und ihnen Angst macht, rennen sie weg. Oder werden zumindest unruhig. Deshalb mussten die sieben Pferde vom Reiterhof Pegasus lange üben, bis sie für therapeutisches Reiten geeignet waren.

Fabian kann ebenfalls den Trick mit dem Schirm. Eine weitere Übung, die dabei helfen soll, sich besser zu konzentrieren, klappt noch nicht ganz so gut. Der Neunjährige balanciert auf dem Pferd sitzend einen Ball in einer Frisbee-Scheibe. Zweimal fällt ihm die kleine bunte Stoffkugel runter. “Das macht aber nichts”, sagt Claudia Kißmehl. Schließlich geht es beim therapeutischen Reiten nicht darum, alles perfekt zu machen. Vielmehr ist es wichtig, den Reiter geistig zu fordern. Das beginnt beim Putzen des Pferdes und endet, wenn der Partner auf vier Beinen wieder in seiner Stallung oder auf der Koppel steht.

Die Erfolge, die die Kinder auf dem Pferd erzielen, können sie auch auf den Alltag übertragen. Getreu dem Motto: Wer im Sattel einen Schirm öffnen kann, dem gelingt das auf dem Boden erst recht.

Mittlerweile steigt Fabian wieder vom Pferd ab: Der Startschuss für Max, den kleinsten in der runde. Bevor es aber los geht, muss er noch Helm und Schutzweste anziehen. “Ohne darf bei uns niemand aufs Pferd”, sagt die Stallbesitzerin. Meistens hilft ihm dabei seine Mutter, denn der Sechsjährige ist halbseitig gelähmt. Trotzdem macht ihm das Reiten mächtig Spaß. “Da ist heute gar kein Lautsprecher”, motzt er.

Fabian auf Merlin

Fabian (9) muss sich ganz schön konzentrieren, um den Regenschirm auf Merlin aufzuspannen. Fotos: K. Tontsch

Damit spielt Max auf die Bayerischen Meisterschaften für Menschen mit Behinderung an. Alle drei Kinder haben daran teilgenommen und sogar Medaillen gewonnen. Für den Sechsjährigen war aber die Tatsache, dass der Sprecher am Reitplatz ihn mit “Ritter Max” aufrief, wesentlich wichtiger. Normalerweise hat er auch Schwert und Schild dabei, nur auf dem Pferde ist er “unbewaffnet”. Während Max immer noch von Ritterturnier schwärmt, beginnt Claudia Kißmehl mit der letzten Übung. Dabei reitet Max im Trab, muss sich strecken oder virtuelle Blumen pflücken. Das hilft ihm, beweglich zu sein.

Alle halten zusammen

Für die ausgebildete Reittherapeutin Claudia Kißmehl erfüllt sich mit dem Hof in Hallerndorf ein Traum. Ohne ihren Mann Horst und ihre Tochter Gloria wäre das nicht möglich. “Der Familienzusammenhalt ist uns ganz wichtig”, sagt sie. Dieses Gemeinschaftsgefühl. überträgt sich auch auf die Reiter, die sich untereinander super verstehen - ganz egal ob sie mit oder ohne Handicap im Sattel sitzen.

Nordbayerische Nachrichten, 09. August 2011

von Katharina Tontsch

Reiterhof Pegasus hat abgesahnt

Reitsport: Großes Erlebnis für Menschen mit Behinderung - Viele Medaillen

Presse09.08.2011

Fabian auf “Merlin”, Alina auf “Piccolina”, Max auf “Monsieur Racker”, nicht zu Pferd: Claudia Kißmehl (li.) und ihre Tochter Gloria.

Hallerndorf - Bei den bayerischen Meisterschaften im Reiten für Menschen mit Behinderung in Larrieden hat der Reiterhof Pegasus abgesahnt. Jeder Teilnehmer ergatterte letztlich eine Medaille.

Christine Wiegel belegte sogar einen hervorragenden dritten Rang in der Gesamtwertung. Am Ende des Landesreiterfestes war aber das Erlebnis an sich wichtiger als die Farbe des Edelmetalls.

Das Reit- und Therapiezentrum in Larrieden hatte Reiter mit Handicap eingeladen, sich vor Zuschauern, einer Jury und ihren Eltern im Rahmen der Landesmeisterschaft zu beweisen. In verschiedenen Disziplinen, wie dem Geschicklichkeitsparcours oder der Dressur, mussten die sieben Teilnehmer vom Reiterhof Pegasus zeigen, was sie mit ihrer Reittherapeutin Claudia Kißmehl gelernt hatten. Ganz besonders gut schaffte das die 49-jährige Christine Wiegel - mit Bronze in der Gesamtwertung die erfolgreichste Reiterin aus Hallerndorf.

Doch auch die anderen gingen nicht leer aus: der 19-jährige Thomas Reitz belegte den dritten Platz beim Geschicklichkeitsparcours, bei dem er eine Slalomstrecke abreiten musste. Alina Frost (10) schaffte es in beiden Disziplinen auf Rang 2, genau wie der sechsjährige Max Kellner. Für den Jungen war die Meisterschaft eine ganz Besondere: Der Sprecher am Reitplatz stellte ihn als “Ritter Max” vor. Kißmehl wandelte für den Sechsjährigen, dessen rechte Halbseite gelähmt ist, das Landesreiterfest spontan in ein Ritterturnier um. Dabei wollte der Junge natürlich nicht fehlen und strengte sich noch mehr an als sonst.

Für die ausgebildete Reittherapeutin, die sich mit ihrem Hof in Hallerndorf einen Lebenstraum erfüllt hatte, sind das die wichtigsten Erfolge ihrer Arbeit. Zusammen mit ihrem Mann Horst und ihrer Tochter Gloria bietet sie seit gut zwei Jahren Reitunterricht an.

Fränkischer Tag, 21. / 22. August 2010

von Anna Lienhardt

Christine Wiege

Christine Wiegel konzentriet sich bei der Dressur.

Thomas Reitz

Der 17-jährige Thomas Reitz mit Reittherapeutin Claudia Kißmehl beim Bayerischen Landesreiterfest.

Gehandicapte Reiter ganz vorne dabei

Pautzfeld - Bei den Bayerischen Meisterschaften für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen in Larrieden bei Feuchtwangen erreichten zwei Teilnehmer des Reiterhofes “Pegasus” in Pautzfeld (Landkreis Forchheim) hervorragende Platzierungen.

Christine Wiegl setzte sich in ihren Gruppen gegen die gesamt Konkurrenz durch und wurde sowohl im Geschicklichkeitsreiten, als auch in der Dressur Erste. In der Gesamtwertung erreichte sie in beiden Disziplinen Rang zwei. Thomas Reitz durfte sich ebenfalls über Plätze auf dem Podest freuen. Er belegte in seinen Gruppen im Geschicklichkeitsreiten Rang zwei, in der Dressur wurde er Dritter.

Meisterlich Reiter trotz Handicap

Auszeichnung Zwei Telnehmer des Reiterhofes “Pegasus” in Pautzfeld belegten bem Bayerischen Landesreiterfest für Reiter und Reiterinnen mit Behinderung vordere Plätze.

Pautzfeld - “ Die Freude war riesengroß, als die Ergebnisse fest standen”. Die Augen von Reittherapeutin Claudia Kißmehl leuchten immer noch, asl sie sich an die gute Platzierung von zwei Patienten ihres Reiterhofes erinnert.

Vom 31. Juli bis 1. August fanden im Reittherpiezentrum Larrieden bei Feuchtwangen die Bayerischen Meisterschaften für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen statt. Christine Wiegl aus Priesendorf und Thomas Reitz aus Ebelsbach vom Reiterhof “Pegasus” schnitten dabei hervorragend ab.

Die 48-jährige Christine Wiegl belegte sowohl beim Geschicklichkeitsreiten, als auch in der Dressur in ihren Gruppen jeweils den ersten Platz. In beiden Disziplinen erreichte sie in den Gesamtwertungen zwei zweite Plätze. “ Sie kann es noch weit bringen”, meint Horst Kißmehl vom Reiterhof “Pegasus”, “sie war ja zum ersten Mal überhaupt dabei.”

Auch der 17-jährige Thomas Reitz durfte sich über Plätze auf dem Treppchen freuen. In seinen Gruppen erreichte er in der Dressur Rang drei, im Geschicklichkeitsreiten Rang zwei. Alle Prüfungen forderten von den Teilnehmern höchste Konzentration. Denn nicht nur die Pferde waren ungewohnt für die Reiter. Das gesamte Umfeld bot viele Reize zur Ablenkung und Verunsicherung. “Sie haben die Aufgaben aber super gemeistert. Und das, obwohl vor allem der Hindernisparcours sehr anspruchsvoll war”, lobt Claudia Kißmehl.

Die Reiter mussten ihre Pferde durch Gassen aus Stangen auf dem Boden dirigieren, einen Slalom durchreiten oder Tonnen umrunden. Doch dank ihrer Willensstärke und intensiven Vorbereitung ließen sich Christine Wiegel und Thomas Reitz nicht aus dem Konzept bringen. Umso größer war die Freude über die guten Ergebnisse. “Solche Meisterschaften sind eine Herausforderung für unsere gehandicapten Reiter. Die Anerkennung durch die Erfolge gibt ihnen viel Motivation und Kraft”, so Horst Kißmehl. Zudem seien gute Platzierungen der Lohn für das langwierige Training. Denn die Vorbereitung für das nächste Bayerische Landesreiterfest beginnt bereist nach dem Ende des letzten.

Grundsätzlich steht auf dem “Pegasus” - Reiterhof der Wettkampf-Gedanke aber nicht im Vordergrund: Normale Turniere werden nicht ausgerichtet. “Für uns ist ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Pferd wichtig. Die Tiere Werden als Kameraden behandelt - und das geben sie an den Reiter zurück”, erklärt Horst Kißmehl. Überhaupt wird ein freundliches Miteinander auf dem Hof groß geschrieben, nicht nur zwischen Mensch und Tier. “Hier werden Sie niemanden finden, der sich über Menschen mit Behinderung lustig macht”, betont die Reittherapeutin und Trainerin.

Das Konzept des Hofes beruht auf einem integrativen Gedanken: Kinder und Erwachsene mit und ohne Handicap sollen hier gemeinsam Spaß am Reiten haben.

Die Pferde können zu Therapie-Zwecken genauso eingesetzt werden wie zu normalen Reitstunden. Für das heilpädagogische Reiten ist vor allem das Wesen der Tiere ausschlaggebend. Alle fünf Pferde auf dem “Pegasus”-Hof sind ruhig, ausgeglichen und menschenbezogen.

In den Therapiestunden machen die Patienten, je nach Art ihrer Behinderung, ganz unterschiedliche Übungen. “Menschen mit körperlichen Einschränkungen können zum Beispiel von Pferd zu Pferd Ball spielen oder auf dem an der Longe geführten Tier Geschicklichkeitsspiele absolvieren”, erläutert Claudia Kißmehl. Die Bewegung des Pferdes wirkt dabei lockernd und krampflösend. Die Trainingsfortschritte zahlen sich für die Reiter auf dem Landesreiterfest aus.

Fränkischer Tag, 10. August 2009

Presse 10.09.2009

Freudestrahlend präsentiert Irene Düring aus dem Landkreis Haßberge ihre Goldmedaille und den Pokal. Darüber freuen sich auch Reitlehrerin Claudia Kißmehl (links) und ihre Tocher Gloria.

Die Pferde bringen nicht nur Heilung

Auszeichnung Eine Patientin des von Trossenfurt nach Pautzfeld übergesiedelten “Reiterhofes Pegasus” hatte Erfolg. Sie belegte beim Bayerischen Landesreiterfest den ersten Platz.

Pautzfeld / Trossenfurt - Bei den Bayerischen Meisterschaften für “Reiter mit Handicap” landeten die Teilnehmer des Reiterhofes Pegasus in Pautzfeld auf den vordersten Plätzen. Unter 118 Teilnehmern ließ Irene Düring die gesamte Konkurrenz hinter sich und sicherte sich im Hindernisreiten (Trail) den Bayerischen Meistertitel. Daneben gab es für die körperlich und geistig Behinderten, die auf dem Reiterhof trainieren, einen ersten, einen zweiten und sechs dritte Plätze.

“Ein überragender Erfolg” urteilt Claudia Kißmehl, Reittherapeutin und Trainerin, die seit einem halben Jahr einen Bauernhof in Pautzfeld gepachtet hat und dort Therapeutisches Reiten anbietet. “Hier haben wir endlich den Platz, den wir brauchen”, begründet die aus dem Landkreis Haßberge stammende Reitlehrerin den Umzug in den Landkreis Forchheim. Mit ihrem Mann und der Tochert Gloria wohnt die Familie in Buckenhofen. Mit “umgezogen” ist Irene Düring aus Haßfurt, die auf ärztliche Empfehlung seit gut zwei Jahren Reitstunden beim Reiterhof “Pegasus” nimmt. “Ich habe Rösser schon immer geliebt, aber bei der ersten unmittelbaren Begegnung mit dem Pferd hatte ich fast ein wenig Angst” gesteht die frisch gebackene Bayerische Meisterin. Inzwischen sind Irene und “ihr” Pferd so unzertrennlich, dass die junge Frau gerne den Weg nach Pautzfeld in Kauf nimmt, um reiten zu können.

Auf dem Reiterhof in Pautzfeld gehen Menschen mit und ohne Behinderung ihrem Hobby, dem Pferdesport nach. “Ein Pferd unterscheidet nicht, ob der Mensch, der sich mit ihm befasst, eine Behinderung hat oder nicht. Für das Pferd zählt allein das Verhalten des Menschen” erklärt Claudia Kißmehl. Die Beziehung zum Pferd spiele beim Heilpädagogischen Reiten die entscheidende Rolle. Auf dem an der Longe geführten Pferd absolviert der Patient Übungen und Geschicklichkeitsspiele. Die Bewegung des Pferdes wirkt dabei lockernd, ausgleichend und krampflösend.

Der Vergleich mit anderen bedeutet für die Patienten eine Herausforderung und eine Selbstbestätigung. Deshalb hat Claudia Kißmehl ihre Patienten auch für das Bayerische Landesreiterfest in Larrieden (bei Feuchtwangen) für Reiter mit Behinderungen angemeldet. Bei dieser von der Bayerischen Landesvereinigung für Therapeutisches Reiten organisierten Veranstaltung erzielte Luca Burger aus Schönbrunn in der Dressur einen zweiten und im Trail den dritten Platz. Eileen Dütsch, ebenfalls Schönbrunn, erreichte zwei dritte Plätze, ebenso wie Thomas Reitz aus Ebelsbach. Die Forchheimerin Nadja Düngfelder siegte im Hindernisreiten. In der Dressur belegte sie Platz drei.            Von Redaktionsmitglied Josef Hofbauer                            

Presse 08.09.2009

Die erfolgreichen Reiter auf dem Rücken ihrer Pferde. Von links: Nadja Düngfelder, Irene Düring sowie Eileen Dütsch und Luca Burger zusammen mit Reitlehrerin Claudia Kißmehl und ihrer Tochter Gloria (links).

Mit den Pferden zum Erfolg

Auszeichnung Fünf Reiter des “Reiterhofes Pegasus” in Pautzfeld belegten beim Bayerischen Landesreiterfest vordere Plätze.  

Pautzfeld - Bei den Bayerischen Meisterschaften für “Reiter mit Handicap” landeten die Teilnehmer des Reiterhofes Pegasus in Pautzfeld auf den vordersten Plätzen. Unter 118 Teilnehmern ließ Irene Düring die gesamte Konkurrenz hinter sich und sicherte sich im Hindernisreiten (Trail) den Bayerischen Meistertitel. Daneben gab es für die körperlich und geistig Behinderten, die auf dem Reiterhof trainieren, einen ersten, einen zweiten und sechs dritte Plätze.

“Ein überragender Erfolg” urteilt Claudia Kißmehl, Reittherapeutin und Trainerin, die seit einem halben Jahr einen Bauernhof in Pautzfeld gepachtet hat und dort Therapeutisches Reiten anbietet. “Hier haben wir endlich den Platz, den wir brauchen”, begründet die aus dem Landkreis Haßberge stammende Reitlehrerin den Umzug in den Landkreis Forchheim. Mit ihrem Mann und der Tochert Gloria wohnt die Familie in Buckenhofen. Mit “umgezogen” ist Irene Düring aus Haßfurt, die auf ärztliche Empfehlung seit gut zwei Jahren Reitstunden beim Reiterhof Pegasus nimmt. “Ich habe Rösser schon immer geliebt, aber bei der ersten unmittelbaren Begegnung mit dem Pferd hatte ich fast ein wenig Angst” gesteht die frisch gebackene Bayerische Meisterin. Inzwischen sind Irene und “ihr” Pferd so unzertrennlich, dass die Trossenfurterin gerne den Weg nach Pautzfeld in Kauf nimmt, um reiten zu können.

Auf dem Reiterhof in Pautzfeld gehen Menschen mit und ohne Behinderung ihrem Hobby, dem Pferdesport nach. “Ein Pferd unterscheidet nicht, ob der Mensch, der sich mit ihm befasst, eine Behinderung hat oder nicht. Für das Pferd zählt allein das Verhalten des Menschen” erklärt Claudia Kißmehl. Die Beziehung zum Pferd spiele beim Heilpädagogischen Reiten die entscheidende Rolle. Auf dem an der Longe geführten Pferd absolviert der Patient Übungen und Geschicklichkeitsspiele. Die Bewegung des Pferdes wirkt dabei lockernd, ausgleichend und krampflösend.

Der Vergleich mit anderen bedeutet für die Patienten eine Herausforderung und eine Selbstbestätigung. Deshalb hat Claudia Kißmehl ihre Reiter auch für das Bayerische Landesreiterfest in Larrieden (bei Feuchtwangen) für Reiter mit Behinderungen angemeldet. Bei dieser von der Bayerischen Landesvereinigung für Therapeutisches Reiten organisierten Veranstaltung erzielte Luca Burger aus Schönbrunn in der Dressur einen zweiten und im Trail den dritten Platz. Eileen Dütsch, ebenfalls Schönbrunn, erreichte zwei dritte Plätze, ebenso wie Thomas Reitz aus Ebelsbach. Die Forchheimerin Nadja Düngfelder siegte im Hindernisreiten. In der Dressur belegte sie Platz drei.           Von Redaktionsmitglied Josef Hofbauer                           

Zurück