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Sattelkammer
Leserbrief Okt. 2016
Leserbrief

Pferde in Bayern Mai 2015

Psyche, Verhaltensweise und Gef├╝hlsleben der Pferde

Der Winter ist vorbei und die ersten Sonnenstrahlen locken wieder viele Reiter in die Natur. Leider steigt damit auch die Zahl der Unf├Ąlle im Umgang mit dem Pferd. Dabei wird das Verhalten der Pferde oft missverstanden, was zu unn├Âtigen Gefahren f├╝r Mensch und Tier f├╝hrt. Wenn der Mensch zum Leittier wird, sind Pferde berechenbar ungef├Ąhrlich. Dies setzt voraus, dass wir Menschen Kenntnisse ├╝ber Verhaltensweise und Psyche dieser Tiere besitzen. Der bekannte Pferdepsychologe Fred Rai schreibt in seinem Buch: "Nat├╝rliches Reiten": "Die Kenntnis der Verhaltensweise der Pferde ist das Wissen, wie ein Pferd reagiert. Die Kenntnis der Psyche der Pferde ist das Wissen, warumein Pferd in bestimmter Weise reagiert. Dieses Wissen ist die Voraussetzung, um das Verhalten von Pferden verstehen und berechnen zu k├Ânnen."
Die Entwicklung des Pferdes begann vor 70 Millionen Jahren. In dieser Zeit entwickelte es sich vom fuchsgro├čen, mehrzehigen Tier bis zum einhufigen Pferd. Damals wurden die Pferde nur mit dem Raubwild, oder Artgenossen, den Pferden konfrontiert. Daraus entwickelten die Pferde zwei Verhaltensmuster. Dies sind das Feindbild-Verhalten gegenb├╝ber Puma und Wolf und das Freundbild-Verhalten gegen├╝ber ihren Artgenossen. Niemals wurden Pferde mit anderen Lebewesen, wie z. B. Affen konfrontiert. Vor ca. 7.000 Jahren dr├Ąngte sich nun der Mensch in das Leben der Pferde. Diese erkennen zwar, dass wir nur auf 2 Beinen laufen und anders aussehen als sie, aber sie k├Ânnen uns nur in eines der zwei Verhaltensmuster einordnen. Entweder befinden wir uns im Feindbild oder im Freundbild.
Im Feindbild-Verhalten kennen die Pferde nur ein Gef├╝hl, dies ist die Panik. Panik ist die h├Âchste Stufe der Angst. Bei einem in Panik geratenem Pferd ist jedes "normale" Verhalten au├čer Kraft gesetzt. Panik blockiert das Gehirn. In dieser Verfassung w├╝rden Pferde auch eine Felswand hinunterspringen, also sich selbst zerst├Âren. ├ťbrigens lassen sich die in Panik befindlichen Pferde auch nicht mit Schmerzeinwirkung, wie sie z. B. durch das Ziehen am Gebissst├╝ck entstehen k├Ânnen, in "normales" Verhalten zur├╝ckf├╝hren. Eher das Gegenteil ist der Fall: Durch Schmerzen wird die Panik bei den Pferden noch mehr verst├Ąrkt, was zur Unkontrollierbarkeit f├╝hren kann.
Im Freundbild-Verhalten, also innerhalb der Herde, besteht eine klare Rangordnung. Ein Pferd herrscht oder gehorcht, es gibt nichts dazwischen!!! Dies muss uns im Umgang mit dem Pferd immer wieder bewu├čt sein. Das rangniedere Pferd hat gegen├╝ber dem rangh├Âheren Pferd im Moment der Drohgeb├Ąrde das negative Gef├╝hl "Angst". Diese Angst, oder besser gesagt dieser Respekt, l├Âst Gehorsam beim rangniederen Pferd aus. Das entscheidende positive Gef├╝hl ist die Geborgenheit. Denn das rangniedere Tier ├╝bergibt das Sicherheitsdenken dem Leittier und f├╝hlt sich unter ihm geborgen. Geborgenheit ist das wichtigste Gef├╝hl f├╝r das Wohlbefinden eines Lebewesens.
Wenn wir im Umgang mit dem Pferd Rangh├Âher sind, also zum Leittier werden, wird uns das Pferd das Sicherheitsdenken ├╝bertragen und sich bei uns wohl und geborgen f├╝hlen. Es wird auch in gef├Ąhrlichen Situationen nicht weglaufen, da es den Schutz des Leittieres nicht freiwillig aufgeben wird. Falls wir es aber mit sogenannten "Problempferden" zu tun haben, befinden wir uns entweder im Feindbild (wie das Raubwild) oder im Freundbild, allerdings in der rangniederen Position. In beiden F├Ąllen zeigen die Pferde ihr normales, ihnen angeborenes Verhalten, wie z. B. Steigen, Buckeln, Bei├čen oder Schlagen. Es gibt also keine "verdorbenen Pferde", denn sie reagieren nur nach den ihnen im Erbgut ├╝berlieferten Instinkten und Verhaltensweisen.
Pferde sind f├╝hlende und sensible Lebewesen. Ihre Reaktionen werden durch Gef├╝hle ausgel├Âst. Ein positives Grundgef├╝hl des Pferdes l├Âst bei ihm Leistungsbereitschaft aus. Ein negatives Grundgef├╝hl dagegen ruft Unlust hervor. Wir Menschen untersch├Ątzen sehr oft, dass Gef├╝hle ├╝bertragbar sind. Wenn wir im Umgang mit dem Pferd ├Ąngstlich sind, ├╝bertr├Ągt sich dies genauso wie z. B. die Vorfreude auf einen gemeinsamen Ausritt. Sind wir im Umgang mit und auf dem Pferd sicher, so ├╝bertr├Ągt sich diese Sicherheit auch auf die Pferde. Wenn das "Leittier Mensch" ruhig und gelassen bleibt, so bleibt es auch das Pferd. Erkennt uns also das Pferd als Rangh├Âher an, so k├Ânnen wir ihm durch entsprechendes Verhalten Geborgenheit und Wohlbefinden, also ein positives Grundgef├╝hl vermitteln. Mit dem entsprechenden Verhalten sind keine schmerzbringenden Hilfmittel, wie z. B. Sporen, Peitsche, Kandarre gemeint, sondern: ├ťberlegte Entscheidungen,Konsequentes Verhalten, Sicherheit im Auftreten, Klarlinigkeit und Korrektur bereits im Ansatz einer unerw├╝nschten Handlung.
Diese Kenntnisse ├╝ber Psyche, Verhaltensweise und das Gef├╝hlsleben der Pferde ist keine Zauberei. Der am Anfang erw├Ąhnte Pferdepsychologe Fred Rai hat eine Ausbildungsmethode entwickelt, duch welche der Mensch ohne Schmerzeinwirkung zum Leittier des Pferdes wird. Sie hat nichts mit "Pferdefl├╝stern" zu tun, sondern ist das Ergebnis wissenschaftlicher Erkenntnissse, nachgewiesen mit zwei Masterarbeiten der Universit├Ąt M├╝nchen-Weihenstephan. Angeleitet und betreut wurden diese Masterarbeiten von der f├╝hrenden Verhaltensforscherin f├╝r Pferde, Dr. Margit Zeitler-Feicht.
Deshalb kann ich nur an alle apellieren, mehr ├╝ber Psyche, Verhaltensweise und Gef├╝hlsleben der Pferde zu lernen. Nur wenn wir mehr ├╝ber diese edlen, wundervollen Tiere wissen, sind wir in der Lage, sie richtig zu verstehen. Dann wird auch der Umgang mit dem Pferd nicht zum gef├Ąhrlichen Hobby und wir k├Ânnen die Freizeit mit unseren Pferden in Harmonie genie├čen.
Claudia Ki├čmehl, Hallerndorf

Leserbrief 1
Leserbrief 2

Das Pferd dient dem Menschen freiwillig
K├╝rzlich las ich in dem Buch: "Nat├╝rliches Reiten" von Fred Rai folgende Abs├Ątze, die ich den Lesern der Zeitung "Pferde in Bayern" zum Nachdenken mitgeben m├Âchte:

"Dass Wissen um die Treue und Dienstbereitschaft des Pferdes gegen├╝ber dem Menschen, selbst bis in den Tod, ist wesentlicher Bestandteil der Philosophie des RAI-Reitens. Dieses Wissen pr├Ągt auch die Achtung vor dem Tier und l├Ąsst uns die Worte verstehen, die Mohammed, der Prophet Allahs, ├╝ber die Entstehung des Pferdes sagte:

Als der Sch├Âpfer das Pferd erschuf, sprach er zum Winde: "Aus dir will ich ein Wesen geb├Ąren, das geeignet ist, meine Verehrer zu tragen!" Und er erschuf das Pferd und rief ihm zu: "Dich habe ich erschaffen ohne Gleichen. Alle Sch├Ątze dieser Erde ruhen zwischen deinen Augen. Meine Feinde sollst du unter deine Hufe treten, meine Freunde aber sollst du tragen auf deinem R├╝cken; dort soll der Sitz sein, auf dem Gebete zu mir aufsteigen. Auf der ganzen Erde sollst du gl├╝cklich sein und vorgezogen allen Gesch├Âpfen. Denn dir geh├Ârt die Liebe des Herrn der Sch├Âpfung. Du sollst fliegen ohne Fl├╝gel, und siegen ohne Schwert."
Leider behalten Propheten oft nicht recht, so auch in diesem Falle. Das Pferd ist nicht, wie von Allah gewollt, das gl├╝cklichste - sondern eines der ungl├╝cklichsten Tiere, wenn wir an den langen Leidensweg der Pferde in der Gesellschaft des Menschen denken."

Wenn ich dann ├╝berlege, warum das Pferd eines der ungl├╝cklichsten Tiere ist, so finde ich die Antwort darauf einige Seiten weiter: Der fehlende Schmerzschrei des Pferdes! Jetzt k├Ânnen viele sagen: "Pferde k├Ânnen wiehern, genauso wie Hunde bellen k├Ânnen." Doch Hunde bellen nicht bei Schmerzen, sondern sie jaulen. Dem Pferd wurde ein solcher Laut von der Sch├Âpfung nicht mitgegeben. Den Grund daf├╝r finde ich im gleichen Buch:

"Selbstverst├Ąndlich ist das Fehlen eines Schmerzschreis in freier Natur eine Chance zum ├ťberleben. W├╝rde ein Pferd eine Verletzung durch einen Schrei kundtun, w├Ąre dies eine Nachricht an seine nat├╝rlichen Feinde, das Raubwild, dass hier eine wehrlose Beute zu finden ist. Die gesamte Herde k├Ąme dadurch in Gefahr. Ein Pferd muss seine Pein stumm ertragen - und st├Ąndig wird Pferden, bewusst oder unbewusst, Schmerz zugef├╝gt. Wegen des fehlenden Schmerzschreis der Pferde ist die Grenze zwischen Leistung und Qual schwer erkennbar und dadurch flie├čend. Bei allen anderen Tieren, die in der Lage sind ihre Not lauthals und herzerweichend hinauszuschreien, wird das Mitleid der Menschen geweckt."

Dabei gehe ich davon aus, dass jeder der mit Pferden zu tun hat, also egal ob Freizeit-, Englisch-, Western- oder RAI-Reiter ein gro├čes Ziel hat: Die Harmonie von Mensch und Pferd! Deshalb denke ich, sollte es doch eine Herzensangelegenheit von jedem Pferdeliebhaber und Tierfreund sein, den fehlendenSchmerzschrei des Pferdes zu publizieren. Dabei nutzen die Pferde eine ganze Reihe von M├Âglichkeiten Schmerzen zu zeigen. Doch m├╝ssen wir Menschen diese Zeichen erkennen um darauf reagieren zu k├Ânnen.

Schon der amerikanische Bildhauer James Earl Fraser zeigte uns eine Botschaft mit seinem Kunstwerk "End of the Trail", welche lautet:

Das Pferd ist bereit, ohne Z├╝gel und ohne Zwang dem Menschen in endloser Treue bis an das Ende seiner Kraft zu dienen. Die Zeit ist reif f├╝r den Beginn eines neuen, gl├╝cklichen, fairen und hoffentlich noch sehr langen gemeinsamen Weges von Mensch und Pferd
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Claudia Ki├čmehl

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Nordbayerische Nachrichten, 14. August 2012

Max Kellner1

Max Kellner beherrscht das Reiten.

Bei den bayerischen Meisterschaften f├╝r Menschen mit Handicap in Larrieden bei Feuchtwangen nahmen alle drei gestarteten Reiter des Reiterhofes Pegasus in Pautzfeld ein Medaille mit nach Hause. Eine besondere Schwierigkeit bei diesem Turnier ist, dass die Reiter auf v├Âllig fremden Pferden, vor einer Jury und vielen Zuschauern ihr K├Ânnen beweisen m├╝ssen. Die Pr├╝fungen fanden in den Disziplinen Dressur und Geschicklichkeitsparcour statt. Der erfolgreichste Teilnehmer war der siebenj├Ąhrige Max Kellner. Mit seiner Halbseitenl├Ąhmung errang er in der Dressur einen 2. Platz und im Geschicklichkeitsparcour sogar den 1. Platz. Fabian Steigmeier (zehn Jahre) durfte sich auch ├╝ber zwei Pl├Ątze auf dem Treppchen freuen. In seiner Gruppe erreichte er in beiden Disziplinen Rang drei. Bereits zum dritten Mal nahm die inzwischen 50-j├Ąhrige Christine Wiegel teil. Ihre Aufregung war keinesfalls geringer als bei den j├╝ngeren Startern. Zum Schluss konnte sie sich ├╝ber ihre zwei Silbermedaillen freuen. F├╝r alle Teilnehmer war dabei jedoch nicht die Platzierung, sondern das Erlebnis am Wichtigsten.

Nordbayerische Nachrichten, 20. Oktober 2011

von Katharina Tontsch

Kleine Ritter mit Regenschirm und Frisbee

Kinder mit einer Behinderung wachsen auf Pferden ├╝ber sich hinaus - Besondere Therapie auf einem Reiterhof

Sich einmal wie Herkules f├╝hlen: Die Kinder auf dem Reiterhof Pegasus k├Ânnen das, wenn sie im Sattel sitzen. Bis es so weit ist, braucht es aber jede Menge ├ťbung, weil viele der Reiter ein Handicap haben, also eine geistige oder k├Ârperliche Behinderung. Mit den Pferden versuchen sie beim therapeutischen Reiten, besser mit ihrer Krankheit klarzukommen. Dabei hilft ihnen Claudia Ki├čmehl, die Besitzerin des Stalls.

Presse09.08.2011

Auf dem Bild sind von links aus zu sehen: Fabian (9) auf Merlin, Alina (10) auf Piccolina und Max (6) auf Monsieur Racker. Claudia Ki├čmehl vom Reiterhof und Tochter Gloria f├╝hren die Kinder. Foto: K. Tontsch

Alina sitzt ruhig im Sattel, auch Pferd Merlin bewegt sich nicht mehr als n├Âtig. Geschickt ├Âffnet das zehnj├Ąhrige M├Ądchen einen blauen Regenschirm, obwohl die Sonne scheint. Nun muss sie selbst├Ąndig und ohne die Hilfe ihrer H├Ąnde die Balance auf dem R├╝cken des Pferdes halten. Als sie schlie├člich mit dem aufgespannten Schirm ├╝ber den Platz reitet, erinnert sie an eine Prinzessin, die sich gegen die starken Sonnenstrahlen zu sch├╝tzen sucht. Was einfach klingt, war f├╝r Alina anfangs eine Herausforderung. Sie kann sich aufgrund ihres Handicaps nicht gut und lange konzentrieren. Dass sie einen Schirm jetzt sogar w├Ąhrend des Reitens ├Âffnen kann, ist f├╝r die Zehnj├Ąhrige ein gro├čer Schritt.

Sogar Pferde m├╝ssen ├╝ben

Doch auf f├╝r Merlin bedeutet das jede Menge Stress. “Das sind Fluchttiere”, erkl├Ąrt Claudia Ki├čmehl. Vor allem was sie nicht kennen und ihnen Angst macht, rennen sie weg. Oder werden zumindest unruhig. Deshalb mussten die sieben Pferde vom Reiterhof Pegasus lange ├╝ben, bis sie f├╝r therapeutisches Reiten geeignet waren.

Fabian kann ebenfalls den Trick mit dem Schirm. Eine weitere ├ťbung, die dabei helfen soll, sich besser zu konzentrieren, klappt noch nicht ganz so gut. Der Neunj├Ąhrige balanciert auf dem Pferd sitzend einen Ball in einer Frisbee-Scheibe. Zweimal f├Ąllt ihm die kleine bunte Stoffkugel runter. “Das macht aber nichts”, sagt Claudia Ki├čmehl. Schlie├člich geht es beim therapeutischen Reiten nicht darum, alles perfekt zu machen. Vielmehr ist es wichtig, den Reiter geistig zu fordern. Das beginnt beim Putzen des Pferdes und endet, wenn der Partner auf vier Beinen wieder in seiner Stallung oder auf der Koppel steht.

Die Erfolge, die die Kinder auf dem Pferd erzielen, k├Ânnen sie auch auf den Alltag ├╝bertragen. Getreu dem Motto: Wer im Sattel einen Schirm ├Âffnen kann, dem gelingt das auf dem Boden erst recht.

Mittlerweile steigt Fabian wieder vom Pferd ab: Der Startschuss f├╝r Max, den kleinsten in der runde. Bevor es aber los geht, muss er noch Helm und Schutzweste anziehen. “Ohne darf bei uns niemand aufs Pferd”, sagt die Stallbesitzerin. Meistens hilft ihm dabei seine Mutter, denn der Sechsj├Ąhrige ist halbseitig gel├Ąhmt. Trotzdem macht ihm das Reiten m├Ąchtig Spa├č. “Da ist heute gar kein Lautsprecher”, motzt er.

Fabian auf Merlin

Fabian (9) muss sich ganz sch├Ân konzentrieren, um den Regenschirm auf Merlin aufzuspannen. Fotos: K. Tontsch

Damit spielt Max auf die Bayerischen Meisterschaften f├╝r Menschen mit Behinderung an. Alle drei Kinder haben daran teilgenommen und sogar Medaillen gewonnen. F├╝r den Sechsj├Ąhrigen war aber die Tatsache, dass der Sprecher am Reitplatz ihn mit “Ritter Max” aufrief, wesentlich wichtiger. Normalerweise hat er auch Schwert und Schild dabei, nur auf dem Pferde ist er “unbewaffnet”. W├Ąhrend Max immer noch von Ritterturnier schw├Ąrmt, beginnt Claudia Ki├čmehl mit der letzten ├ťbung. Dabei reitet Max im Trab, muss sich strecken oder virtuelle Blumen pfl├╝cken. Das hilft ihm, beweglich zu sein.

Alle halten zusammen

F├╝r die ausgebildete Reittherapeutin Claudia Ki├čmehl erf├╝llt sich mit dem Hof in Hallerndorf ein Traum. Ohne ihren Mann Horst und ihre Tochter Gloria w├Ąre das nicht m├Âglich. “Der Familienzusammenhalt ist uns ganz wichtig”, sagt sie. Dieses Gemeinschaftsgef├╝hl. ├╝bertr├Ągt sich auch auf die Reiter, die sich untereinander super verstehen - ganz egal ob sie mit oder ohne Handicap im Sattel sitzen.

Nordbayerische Nachrichten, 09. August 2011

von Katharina Tontsch

Reiterhof Pegasus hat abgesahnt

Reitsport: Gro├čes Erlebnis f├╝r Menschen mit Behinderung - Viele Medaillen

Presse09.08.2011

Fabian auf “Merlin”, Alina auf “Piccolina”, Max auf “Monsieur Racker”, nicht zu Pferd: Claudia Ki├čmehl (li.) und ihre Tochter Gloria.

Hallerndorf - Bei den bayerischen Meisterschaften im Reiten f├╝r Menschen mit Behinderung in Larrieden hat der Reiterhof Pegasus abgesahnt. Jeder Teilnehmer ergatterte letztlich eine Medaille.

Christine Wiegel belegte sogar einen hervorragenden dritten Rang in der Gesamtwertung. Am Ende des Landesreiterfestes war aber das Erlebnis an sich wichtiger als die Farbe des Edelmetalls.

Das Reit- und Therapiezentrum in Larrieden hatte Reiter mit Handicap eingeladen, sich vor Zuschauern, einer Jury und ihren Eltern im Rahmen der Landesmeisterschaft zu beweisen. In verschiedenen Disziplinen, wie dem Geschicklichkeitsparcours oder der Dressur, mussten die sieben Teilnehmer vom Reiterhof Pegasus zeigen, was sie mit ihrer Reittherapeutin Claudia Ki├čmehl gelernt hatten. Ganz besonders gut schaffte das die 49-j├Ąhrige Christine Wiegel - mit Bronze in der Gesamtwertung die erfolgreichste Reiterin aus Hallerndorf.

Doch auch die anderen gingen nicht leer aus: der 19-j├Ąhrige Thomas Reitz belegte den dritten Platz beim Geschicklichkeitsparcours, bei dem er eine Slalomstrecke abreiten musste. Alina Frost (10) schaffte es in beiden Disziplinen auf Rang 2, genau wie der sechsj├Ąhrige Max Kellner. F├╝r den Jungen war die Meisterschaft eine ganz Besondere: Der Sprecher am Reitplatz stellte ihn als “Ritter Max” vor. Ki├čmehl wandelte f├╝r den Sechsj├Ąhrigen, dessen rechte Halbseite gel├Ąhmt ist, das Landesreiterfest spontan in ein Ritterturnier um. Dabei wollte der Junge nat├╝rlich nicht fehlen und strengte sich noch mehr an als sonst.

F├╝r die ausgebildete Reittherapeutin, die sich mit ihrem Hof in Hallerndorf einen Lebenstraum erf├╝llt hatte, sind das die wichtigsten Erfolge ihrer Arbeit. Zusammen mit ihrem Mann Horst und ihrer Tochter Gloria bietet sie seit gut zwei Jahren Reitunterricht an.

Fr├Ąnkischer Tag, 21. / 22. August 2010

von Anna Lienhardt

Christine Wiege

Christine Wiegel konzentriet sich bei der Dressur.

Thomas Reitz

Der 17-j├Ąhrige Thomas Reitz mit Reittherapeutin Claudia Ki├čmehl beim Bayerischen Landesreiterfest.

Gehandicapte Reiter ganz vorne dabei

Pautzfeld - Bei den Bayerischen Meisterschaften f├╝r Menschen mit geistigen und k├Ârperlichen Behinderungen in Larrieden bei Feuchtwangen erreichten zwei Teilnehmer des Reiterhofes “Pegasus” in Pautzfeld (Landkreis Forchheim) hervorragende Platzierungen.

Christine Wiegl setzte sich in ihren Gruppen gegen die gesamt Konkurrenz durch und wurde sowohl im Geschicklichkeitsreiten, als auch in der Dressur Erste. In der Gesamtwertung erreichte sie in beiden Disziplinen Rang zwei. Thomas Reitz durfte sich ebenfalls ├╝ber Pl├Ątze auf dem Podest freuen. Er belegte in seinen Gruppen im Geschicklichkeitsreiten Rang zwei, in der Dressur wurde er Dritter.

Meisterlich Reiter trotz Handicap

Auszeichnung Zwei Telnehmer des Reiterhofes “Pegasus” in Pautzfeld belegten bem Bayerischen Landesreiterfest f├╝r Reiter und Reiterinnen mit Behinderung vordere Pl├Ątze.

Pautzfeld - “ Die Freude war riesengro├č, als die Ergebnisse fest standen”. Die Augen von Reittherapeutin Claudia Ki├čmehl leuchten immer noch, asl sie sich an die gute Platzierung von zwei Patienten ihres Reiterhofes erinnert.

Vom 31. Juli bis 1. August fanden im Reittherpiezentrum Larrieden bei Feuchtwangen die Bayerischen Meisterschaften f├╝r Menschen mit geistigen und k├Ârperlichen Behinderungen statt. Christine Wiegl aus Priesendorf und Thomas Reitz aus Ebelsbach vom Reiterhof “Pegasus” schnitten dabei hervorragend ab.

Die 48-j├Ąhrige Christine Wiegl belegte sowohl beim Geschicklichkeitsreiten, als auch in der Dressur in ihren Gruppen jeweils den ersten Platz. In beiden Disziplinen erreichte sie in den Gesamtwertungen zwei zweite Pl├Ątze. “ Sie kann es noch weit bringen”, meint Horst Ki├čmehl vom Reiterhof “Pegasus”, “sie war ja zum ersten Mal ├╝berhaupt dabei.”

Auch der 17-j├Ąhrige Thomas Reitz durfte sich ├╝ber Pl├Ątze auf dem Treppchen freuen. In seinen Gruppen erreichte er in der Dressur Rang drei, im Geschicklichkeitsreiten Rang zwei. Alle Pr├╝fungen forderten von den Teilnehmern h├Âchste Konzentration. Denn nicht nur die Pferde waren ungewohnt f├╝r die Reiter. Das gesamte Umfeld bot viele Reize zur Ablenkung und Verunsicherung. “Sie haben die Aufgaben aber super gemeistert. Und das, obwohl vor allem der Hindernisparcours sehr anspruchsvoll war”, lobt Claudia Ki├čmehl.

Die Reiter mussten ihre Pferde durch Gassen aus Stangen auf dem Boden dirigieren, einen Slalom durchreiten oder Tonnen umrunden. Doch dank ihrer Willensst├Ąrke und intensiven Vorbereitung lie├čen sich Christine Wiegel und Thomas Reitz nicht aus dem Konzept bringen. Umso gr├Â├čer war die Freude ├╝ber die guten Ergebnisse. “Solche Meisterschaften sind eine Herausforderung f├╝r unsere gehandicapten Reiter. Die Anerkennung durch die Erfolge gibt ihnen viel Motivation und Kraft”, so Horst Ki├čmehl. Zudem seien gute Platzierungen der Lohn f├╝r das langwierige Training. Denn die Vorbereitung f├╝r das n├Ąchste Bayerische Landesreiterfest beginnt bereist nach dem Ende des letzten.

Grunds├Ątzlich steht auf dem “Pegasus” - Reiterhof der Wettkampf-Gedanke aber nicht im Vordergrund: Normale Turniere werden nicht ausgerichtet. “F├╝r uns ist ein enges Vertrauensverh├Ąltnis zwischen Mensch und Pferd wichtig. Die Tiere Werden als Kameraden behandelt - und das geben sie an den Reiter zur├╝ck”, erkl├Ąrt Horst Ki├čmehl. ├ťberhaupt wird ein freundliches Miteinander auf dem Hof gro├č geschrieben, nicht nur zwischen Mensch und Tier. “Hier werden Sie niemanden finden, der sich ├╝ber Menschen mit Behinderung lustig macht”, betont die Reittherapeutin und Trainerin.

Das Konzept des Hofes beruht auf einem integrativen Gedanken: Kinder und Erwachsene mit und ohne Handicap sollen hier gemeinsam Spa├č am Reiten haben.

Die Pferde k├Ânnen zu Therapie-Zwecken genauso eingesetzt werden wie zu normalen Reitstunden. F├╝r das heilp├Ądagogische Reiten ist vor allem das Wesen der Tiere ausschlaggebend. Alle f├╝nf Pferde auf dem “Pegasus”-Hof sind ruhig, ausgeglichen und menschenbezogen.

In den Therapiestunden machen die Patienten, je nach Art ihrer Behinderung, ganz unterschiedliche ├ťbungen. “Menschen mit k├Ârperlichen Einschr├Ąnkungen k├Ânnen zum Beispiel von Pferd zu Pferd Ball spielen oder auf dem an der Longe gef├╝hrten Tier Geschicklichkeitsspiele absolvieren”, erl├Ąutert Claudia Ki├čmehl. Die Bewegung des Pferdes wirkt dabei lockernd und krampfl├Âsend. Die Trainingsfortschritte zahlen sich f├╝r die Reiter auf dem Landesreiterfest aus.

Fr├Ąnkischer Tag, 10. August 2009

Presse 10.09.2009

Freudestrahlend pr├Ąsentiert Irene D├╝ring aus dem Landkreis Ha├čberge ihre Goldmedaille und den Pokal. Dar├╝ber freuen sich auch Reitlehrerin Claudia Ki├čmehl (links) und ihre Tocher Gloria.

Die Pferde bringen nicht nur Heilung

Auszeichnung Eine Patientin des von Trossenfurt nach Pautzfeld ├╝bergesiedelten “Reiterhofes Pegasus” hatte Erfolg. Sie belegte beim Bayerischen Landesreiterfest den ersten Platz.

Pautzfeld / Trossenfurt - Bei den Bayerischen Meisterschaften f├╝r “Reiter mit Handicap” landeten die Teilnehmer des Reiterhofes Pegasus in Pautzfeld auf den vordersten Pl├Ątzen. Unter 118 Teilnehmern lie├č Irene D├╝ring die gesamte Konkurrenz hinter sich und sicherte sich im Hindernisreiten (Trail) den Bayerischen Meistertitel. Daneben gab es f├╝r die k├Ârperlich und geistig Behinderten, die auf dem Reiterhof trainieren, einen ersten, einen zweiten und sechs dritte Pl├Ątze.

“Ein ├╝berragender Erfolg” urteilt Claudia Ki├čmehl, Reittherapeutin und Trainerin, die seit einem halben Jahr einen Bauernhof in Pautzfeld gepachtet hat und dort Therapeutisches Reiten anbietet. “Hier haben wir endlich den Platz, den wir brauchen”, begr├╝ndet die aus dem Landkreis Ha├čberge stammende Reitlehrerin den Umzug in den Landkreis Forchheim. Mit ihrem Mann und der Tochert Gloria wohnt die Familie in Buckenhofen. Mit “umgezogen” ist Irene D├╝ring aus Ha├čfurt, die auf ├Ąrztliche Empfehlung seit gut zwei Jahren Reitstunden beim Reiterhof “Pegasus” nimmt. “Ich habe R├Âsser schon immer geliebt, aber bei der ersten unmittelbaren Begegnung mit dem Pferd hatte ich fast ein wenig Angst” gesteht die frisch gebackene Bayerische Meisterin. Inzwischen sind Irene und “ihr” Pferd so unzertrennlich, dass die junge Frau gerne den Weg nach Pautzfeld in Kauf nimmt, um reiten zu k├Ânnen.

Auf dem Reiterhof in Pautzfeld gehen Menschen mit und ohne Behinderung ihrem Hobby, dem Pferdesport nach. “Ein Pferd unterscheidet nicht, ob der Mensch, der sich mit ihm befasst, eine Behinderung hat oder nicht. F├╝r das Pferd z├Ąhlt allein das Verhalten des Menschen” erkl├Ąrt Claudia Ki├čmehl. Die Beziehung zum Pferd spiele beim Heilp├Ądagogischen Reiten die entscheidende Rolle. Auf dem an der Longe gef├╝hrten Pferd absolviert der Patient ├ťbungen und Geschicklichkeitsspiele. Die Bewegung des Pferdes wirkt dabei lockernd, ausgleichend und krampfl├Âsend.

Der Vergleich mit anderen bedeutet f├╝r die Patienten eine Herausforderung und eine Selbstbest├Ątigung. Deshalb hat Claudia Ki├čmehl ihre Patienten auch f├╝r das Bayerische Landesreiterfest in Larrieden (bei Feuchtwangen) f├╝r Reiter mit Behinderungen angemeldet. Bei dieser von der Bayerischen Landesvereinigung f├╝r Therapeutisches Reiten organisierten Veranstaltung erzielte Luca Burger aus Sch├Ânbrunn in der Dressur einen zweiten und im Trail den dritten Platz. Eileen D├╝tsch, ebenfalls Sch├Ânbrunn, erreichte zwei dritte Pl├Ątze, ebenso wie Thomas Reitz aus Ebelsbach. Die Forchheimerin Nadja D├╝ngfelder siegte im Hindernisreiten. In der Dressur belegte sie Platz drei.            Von Redaktionsmitglied Josef Hofbauer                            

Presse 08.09.2009

Die erfolgreichen Reiter auf dem R├╝cken ihrer Pferde. Von links: Nadja D├╝ngfelder, Irene D├╝ring sowie Eileen D├╝tsch und Luca Burger zusammen mit Reitlehrerin Claudia Ki├čmehl und ihrer Tochter Gloria (links).

Mit den Pferden zum Erfolg

Auszeichnung F├╝nf Reiter des “Reiterhofes Pegasus” in Pautzfeld belegten beim Bayerischen Landesreiterfest vordere Pl├Ątze.  

Pautzfeld - Bei den Bayerischen Meisterschaften f├╝r “Reiter mit Handicap” landeten die Teilnehmer des Reiterhofes Pegasus in Pautzfeld auf den vordersten Pl├Ątzen. Unter 118 Teilnehmern lie├č Irene D├╝ring die gesamte Konkurrenz hinter sich und sicherte sich im Hindernisreiten (Trail) den Bayerischen Meistertitel. Daneben gab es f├╝r die k├Ârperlich und geistig Behinderten, die auf dem Reiterhof trainieren, einen ersten, einen zweiten und sechs dritte Pl├Ątze.

“Ein ├╝berragender Erfolg” urteilt Claudia Ki├čmehl, Reittherapeutin und Trainerin, die seit einem halben Jahr einen Bauernhof in Pautzfeld gepachtet hat und dort Therapeutisches Reiten anbietet. “Hier haben wir endlich den Platz, den wir brauchen”, begr├╝ndet die aus dem Landkreis Ha├čberge stammende Reitlehrerin den Umzug in den Landkreis Forchheim. Mit ihrem Mann und der Tochert Gloria wohnt die Familie in Buckenhofen. Mit “umgezogen” ist Irene D├╝ring aus Ha├čfurt, die auf ├Ąrztliche Empfehlung seit gut zwei Jahren Reitstunden beim Reiterhof Pegasus nimmt. “Ich habe R├Âsser schon immer geliebt, aber bei der ersten unmittelbaren Begegnung mit dem Pferd hatte ich fast ein wenig Angst” gesteht die frisch gebackene Bayerische Meisterin. Inzwischen sind Irene und “ihr” Pferd so unzertrennlich, dass die Trossenfurterin gerne den Weg nach Pautzfeld in Kauf nimmt, um reiten zu k├Ânnen.

Auf dem Reiterhof in Pautzfeld gehen Menschen mit und ohne Behinderung ihrem Hobby, dem Pferdesport nach. “Ein Pferd unterscheidet nicht, ob der Mensch, der sich mit ihm befasst, eine Behinderung hat oder nicht. F├╝r das Pferd z├Ąhlt allein das Verhalten des Menschen” erkl├Ąrt Claudia Ki├čmehl. Die Beziehung zum Pferd spiele beim Heilp├Ądagogischen Reiten die entscheidende Rolle. Auf dem an der Longe gef├╝hrten Pferd absolviert der Patient ├ťbungen und Geschicklichkeitsspiele. Die Bewegung des Pferdes wirkt dabei lockernd, ausgleichend und krampfl├Âsend.

Der Vergleich mit anderen bedeutet f├╝r die Patienten eine Herausforderung und eine Selbstbest├Ątigung. Deshalb hat Claudia Ki├čmehl ihre Reiter auch f├╝r das Bayerische Landesreiterfest in Larrieden (bei Feuchtwangen) f├╝r Reiter mit Behinderungen angemeldet. Bei dieser von der Bayerischen Landesvereinigung f├╝r Therapeutisches Reiten organisierten Veranstaltung erzielte Luca Burger aus Sch├Ânbrunn in der Dressur einen zweiten und im Trail den dritten Platz. Eileen D├╝tsch, ebenfalls Sch├Ânbrunn, erreichte zwei dritte Pl├Ątze, ebenso wie Thomas Reitz aus Ebelsbach. Die Forchheimerin Nadja D├╝ngfelder siegte im Hindernisreiten. In der Dressur belegte sie Platz drei.           Von Redaktionsmitglied Josef Hofbauer                           

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